Archiv für den Tag 12. August 2012

Perseiden über dem Bonner-Sterne-Land

Dank klaren Himmels konnten vergangene Nacht zahlreiche Meteore (Sternschnuppen) im Bonner-Sterne-Land beobachtet werden. In den Morgenstunden nahm die Aktivität des Perseiden-Meteorstroms erwartungsgemäß zu, da der Radiant im Sternbild Perseus im Laufe der Nacht an Höhe über dem Horizont gewann. Die fotografische Beobachtung machte ich mit einer Canon EOS 400D bei 11mm Objektivbrennweite, Blende 2.8 und 1600 ASA. Je Aufnahme wurde 10 Sekunden belichtet.So entstanden in dieser Nacht etwa 1400 Bilder. Die hellsten Meteore, die auf den Chip gebannt werden konnten, sind hier angefügt. Bei allen Fotos handelt es sich um Ausschnittvergrößerungen. [Wilfried Bongartz]

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Konstellationen rund um die Perseiden-Nacht

Die Wanderung des Mars relativ zu Saturn und Spica lässt sich von Abend zu Abend gut verfolgen. Hier je ein Bild vom 10. und 11. August.

10.8.

11.8., Spica schon auf dem Weg ins Gebüsch

In der Nacht vom 11. auf den 12. August ließ sich ein schöner Aufgang des Duos Mond-Jupiter beobachten. Das Vergnügen der Perseiden störte der abnehmende Erdtrabant kaum.

Mond und Jupiter am Waldesrand – rechts Aldebaran mit den Hyaden [Paul Hombach]

Nachtrag: Das Trio Saturn – Mars- Spica am Abend des 12.8..2012 [PH]

10 Perseiden die Stunde, seltsame Fotos und ein mysteriöses Satelliten-Paar

Beobachtungen der Perseiden heute Morgen in der Stunde vor Mondaufgang – 0:00 bis 1:00 MESZ – auf einer Anhöhe bei Witten unter sehr klarem Himmel ergaben allerlei Erkenntnisse: Zum Beispiel kann man auch mitten im Ruhrgebiet problemlos die Sommermilchstraße sehen, wenn sie gerade durch den Zenit geht, bei einer Grenzgröße von etwa 5.1. In dieser Stunde ließen sich dabei für einen Beobachter rund 10 Perseiden blicken, z.T. schön hell und mit kurzer Nachtleuchtspur (Wake), zzgl. etwa 3 anderen Meteoren. Es ergibt sich grob eine Zenit-Stunden-Rate von etwa 60 [NACHTRAG: was zu den Zahlen der IMO gut passt]. Von den gesehenen helleren Perseiden flog natürlich keiner durch’s Bildfeld der Kamera, die mit 25 mm Äquivalent-Brennweite, 800 ISO und Blende 2.8 jeweils 60 Sekunden in den Zenit belichtete – aber auf zwei der Aufnahmen sind lange Spuren zu sehen:

Diese ist die deutlichere (Ausschnitt, kontrastverstärkt), mit der gewissen Anmutung eines Meteors, aber verdächtigerweise parallel zum rechten Bildrand: Kann das ein elektronisches Artefakt sein? Keine andere Aufnahme zeigt diesen Effekt, dafür aber

diese einen Strich quer durch einen Teil des Bildes: (auch) ein Meteor? Die Charakteristika der Perseiden – hohe Winkelgeschwindigkeit – könnten passen. Hier noch am Ende der Session der höher steigende Radiant, nebst Andromeda-Galaxie:

Die erstaunlichste Beobachtung gab es allerdings um 0:35 MESZ, als im Adler im SW ein sehr helles, enges Satelliten-Paar auftauchte – das sich bisher der Identifikation entzieht! Hier die Details in Englisch, da an diverse internationale Experten geschickt: „While visually observing the Perseids in the night 11/12 August 2012 from Witten, Germany, latitude 51.4°N, longitude 7.3°E, at 22:35 UTC I noticed a pair of very bright satellites climbing higher from the SW along the ’neck‘ of Aquila: they were of equal brightness, at first exceeding Altair’s, but fading simultaneously while leaving Aquila and moving towards Cygnus in the zenith where they were lost to the naked eye; the limiting magnitude was about 5.2 mag there. The angular distance between the two objects remained constant and was roughly the same as between Alpha and Gamma Aquilae, i.e. 2 to 3 degrees. NEITHER Heavens Above NOR Calsky list ANY satellite, let alone two satellites, even remotely fitting these observations!“ [Daniel Fischer]

NACHTRAG: Das Satelliten-Mysterium – dieses schöne Bild zeigt wohl [NACHNACHTRAG: ja tut es, Zeit & Richtung stimmen] denselben Pass über Deutschland – wurde rasch von den Experten Ted Molczan, Marco Langbroek (s.a. Kommentar) und Tony Beresford aufgeklärt: Es handelte sich um NOSS 3-4, Ozean-Aufklärungssatelliten der 3. Generation. Normalerweise sind sie unauffällig und fehlten daher in den Vorhersage-Tabellen für helle Satelliten, aber wir erlebten einen heftigen Flare in der Sonne, die die Satelliten auf ihren 1000 km hohen Bahnen optimal erwischte. NACHTRAG 2: Auch hier wurden die NOSSe erwischt. NACHTRAG 3: Und in diesem Zeitraffer-Video huschen sie bei 0:31 vorbei! NACHTRAG 4: Der NOSS-Doppelflare scheint so ziemlich jedem Perseidenbeobachter aufgefallen und x-mal fotografiert worden zu sein.