Ein Rheinländer als chinesischer Astronom

Wer sich über Argelander hinaus mit der Astronomiegeschichte der Bonner Region beschäftigt, wird feststellen, dass sie überraschenderweise 400 Jahre weit zurückreicht, bis zu einem Mann namens Johann Adam Schall von Bell. Er stammte aus einem Adelsgeschlecht in Lüftelberg, was heute zu Meckenheim gehört.

Entgegen seiner Herkunft kehrte er vor rund 400 Jahren dem Rheinland den Rücken und ging als Jesuitmissionar und Astronom nach China. Mit diesem Schiff gelangen außerdem das kurz zuvor erfundene Fernrohr sowie Galileis Entdeckungen in den fernen Osten. In China führte Schall von Bell eine notwendige Kalenderreforum durch, wurde dadurch Leiter der Pekinger Sternwarte und stieg sogar zum Staatsbeamten höchsten Ranges auf, 1653 erhielt er zudem den Ehrentitel „Die Geheimnisse des Himmels ergründender Lehrer“.

Dem Astronom Schall von Bell und anderen Missionaren in China wurde kürzlich eine ganze Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle gewidmet. Hier erfuhr man auch, dass der ehemalige Rheinländer sogar zum Tode verurteilt wurde und nur durch eine glückliche Häufung von Naturerscheinungen frei kam. Meinen ausführlichen Fotobericht zu der kleinen Ausstellung kann man im Nachbarblog „Zauber der Sterne“ nachlesen. [Nico Schmidt]

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Veröffentlicht am 19. Juni 2012 in Ausflugsbericht und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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