Archiv des Autors: Nico Schmidt

24./25.10.: Fachtagung zur Lichtverschmutzung im Sternenpark Eifel

“Uns, die wir in hellerleuchteten Städten leben und, wenn wir reisen, im Expreßzug sicher unsere Schienenstraße zwischen Telegraphendrähten entlanglaufen, kommt das Sternenband der Milchstraße nur selten zu Gesicht. Wir müssen es suchen, um es zu finden. Uns Kindern der Kultur ist zwischen Bogenlampe und Laternenpfahl der Glanz der Sterne entschwunden, und der Silbergürtel der Milchstraße gehört nicht zu den Schönheiten unserer täglichen Betrachtung. [...] Was sind uns die Sterne?” Das ist nicht etwa ein Satz aus 2014, er stammt aus Fritz Kahns “Die Milchstraße” von 1914. In den Städten war die Milchstraße schon vor 100 Jahren durch die Lichtverschmutzung verschwunden und sie wächst immer noch weiter, selbst vor ländlichen Regionen macht das zunehmende künstliche Lichtermeer nicht mehr Halt. Selbst in der Eifel muss man mittlerweile den wirklichen dunklen Himmel suchen. Erleben kann man die ganze Schönheit der Nacht beispielsweise noch im Nationalpark Eifel, der vor einem halben Jahr zum “Sternenpark Eifel” erklärt wurde. Allein mit einem Titel ist es jedoch noch nicht getan, denn der Nachthimmel muss in dieser Region dauerhaft geschützt werden.

Für diesen Schutz setzt sich seit Jahren der Kölner Hobbyastronom Harald Bardenhagen ein, der zusammen mit der Natur- und Umwultschutzakademie NRW (NUA NRW) am 24. und 25. Oktober zu einer Lichtverschmutzungs-Fachtagung in den “Sternenpark Eifel” einlädt. Zur Veranstaltung heißt es: “Mitten im noch jungen “Sternenpark Nationalpark Eifel” thematisiert die zweitägige Veranstaltung die durch künstliches Licht hervorgerufenen Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und uns Menschen. Sie stellt Potenziale, “Best Practice” und Forschungsdesiderate für ein nachhaltiges Lichtmanagement zur Diskussion und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Außerdem wird der Entwicklungsprozess zu einem grenzübergreifenden “Sternenreservat” in der Nationalparkregion Eifel vorgestellt. Dieses Vorhaben wird zusammen mit den umliegenden Gemeinden und Kommunen durchgeführt. Im Anschluss werden mehrere Best-Practice-Beispiele für ein nachhaltiges Lichtmanagement und für Positiveffekte im Bereich Natur- und Artenschutz, Klimaschutz und in der Gesundheitsvorsorge vorgestellt und diskutiert.” Die Tagung “Künstliches Licht in der Nacht” wird also die gesamte Bandbreite der Problematik Lichtverschmutzung behandeln.

Der Veranstaltungsort am 24. Oktober ist das Kulturkino im Besucherzentrum des Forum Vogelsang, am 25. Oktober ist es ein Tagungsraum im Gemünder Park Restaurant. Zum zweitägigen Programm informiert ausführlich die Seite 2 dieses Flyers. Beim Veranstalter Natur- und Umwultschutzakademie NRW (NUA NRW) kann man sich hier oder unter der E-Mail poststelle@nua.nrw.de anmelden, der Anmeldeschluss ist der 09. Oktober. [Nico Schmidt]

Öffentliche Beobachtungen zur großen Ausstellung “Outer Space – Faszination Weltraum”

Hobbyastronomen auf dem Museumsdach; Paul Hombach

Bereits 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie (IYA) stiegen Bonner Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) der Bundeskunsthalle auf’s Dach und boten an einem wolkenlosen Frühlingsabend für etwa 100 Leute eine öffentliche Himmelsbeobachtung an. Das wollte ich sehr gerne im Rahmen der großen Weltraum-Ausstellung “Outer Space” wiederholen und setzte mich mit dem Museum in Verbindung und vor zwei Wochen erhielt ich schließlich die erhoffte positive Rückmeldung. Somit können diesmal auf dem Museumsplatz quasi direkt neben dem aufgebauten Ariane-5-Raketenmodell drei öffentliche Beobachtungen stattfinden. Direkt am Eröffnungstag (03. Oktober) wird es von 11 bis 14 Uhr eine Sonnenbeobachtung geben und für ein Halloween-Familiennachmittag (31. Oktober) bzw. vor einem Space-Konzert mit dem WDR-Funkhausorchester (29. November) soll jeweils zwischen 18 und 20 Uhr eine Mondbeobachtung stattfinden; der Teleskopaufbau beginnt eine halbe Stunde vorher. Natürlich finden diese Beobachtungstermine nur bei entsprechend klarem Himmel statt und da bleibt mir nur zu sagen: Clear Skies! [Nico Schmidt]

Ausstellung “Outer Space – Faszination Weltraum” beginnt nächste Woche

Zwischen den beiden Fotos liegen drei Wochen und dokumentieren die zumindest äußerlich sichtbaren Vorbereitungen zu der bereits am 03. Oktober beginnenden Bonner Weltraum-Ausstellung “Outer Space” in der Bundeskunsthalle. Am 29. August (die Ankunft in Bonn war bereits am Vorabend) konnte man durch die Containertüren schon einen ersten kleinen Blick auf die Mercury-Kapsel Liberty Bell 7 werfen, die für mich durch ihre sehr interessante bzw. “versunkene” Geschichte und die nicht weniger interessante wie tragische Geschichte ihres Piloten und Astronauten Gus Grissom eines der Highlights der Ausstellung darstellt. In die Ausstellungsräume wurde das aus Kansas eingeschiffte (eine Videobotschaft dazu) Raumschiff erst am 08. September gebracht, wo es jetzt auf die zahlreichen Besucher wartet.

Tanja von Stegmann

Und nachdem E.T. angekommen ist, die ISS durch die Lobby fliegt, ein 6 Meter langes Sci-Fi-Raumschiff zusammengebaut wurde und viele andere Weltraum-Exponante in Bonn eingetroffen sind, ist der Schatten, den die Ausstellung voraus wirft, am vergangenen Donnerstag noch um einiges länger geworden – angesichts einer auf dem Museumsplatz aufgebauten 12 Meter hohen Ariane-5-Rakete. Das ist zwar nur ein Modell im Maßstab 1:5, aber auf jeden Fall aktuell der Blickfang des Weltraumbahnhofs Bonn. Quasi direkt daneben werden auch die drei von mir organisierten öffentlichen Beobachtungen stattfinden. Dazu, was den Besucher von “Outer Space – Faszination Weltraum” ab nächster Woche erwartet, haben die beiden Kuratoren vorab schon bei einem Pressetermin etwas verraten und ab dem 03. Oktober bis zum 22. Februar kann sich jeder kleine und große Weltraum-Fan endlich selbst ein Bild davon machen. [Nico Schmidt]

01. August: Öffentliche Beobachtung in Bonn-Endenich

Ein Blick auf den Flyer zum großen Astronomie-Veranstaltungsprogramm 2014 zeigt, dass in genau einer Woche die nächste öffentliche Beobachtung stattfindet. Am 01. August ab 22:00 Uhr laden wie schon einige Male dieses Jahr Bonner Hobbyastronomen erneut zum Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich ein. Durch die aufgebauten Teleskope können der Sichelmond mit seinen unzähligen Kratern sowie die Planeten Mars und Saturn (das Foto oben zeigt, wie am selben Ort vor gut einem Jahr eine außergewöhnliche globale Saturnbeobachtung stattfand) beobachtet werden. Weitere Ziele in den Sternbildern an einem sommerlichen Abendhimmel werden Doppelsterne, Kugelsternhaufen oder Planetarische Nebel sein. Hinweis: Da für die Veranstaltung kein Ausweichprogramm geplant ist, findet die öffentliche Beobachtung nur bei geeigneten Wetteraussichten statt. [Nico Schmidt]

Ab 30. Juni kann man auf einem Schiff in Bonn Schwarzen Löchern lauschen

Das ist das 100 Meter lange Ausstellungsschiff “MS Wissenschaft” (Homepage, Facebook) welches vom 30. Juni bis 02. Juli zwischen Altem Zoll und Kennedybrücke Halt machen wird. Als Teil des Wissenschaftsjahres mit dem Thema “Digitale Gesellschaft” wird die sprichwörtliche Wanderausstellung “Digital unterwegs” noch bis Ende September in insgesamt 38 Städten in Deutschland und Österreich zu sehen sein. In einzelnen Ausstellungsbereichen auf 530 Quadratmetern können kleine und große Besucher erleben, wie das digitale Zeitalter  verschiedenste Bereiche der Wissenschaft – von Medizin, Biologie bis zur Elementarteilchenphysik usw. – und unsere Gesellschaft verändert. Mit einer Station stellt sich unter dem Stichwort “Schwarzen Löchern lauschen” das Projekt Einstein@Home, an dem maßgeblich auch Forscher aus Hannover beteiligt sind, vor. Für die Analyse der mit speziellen Detektoren empfangenen großen Datenmengen stellen mittlerweile hunderttausende Freiwillige die Reichenleistung ihrer Computer zur Verfügung. So wird jeder User Teil der Suche nach Gravitationswellen von kompakten Sternleichen oder Schwarzen Löchern, die sogar auch in Töne umgewandelt werden können.

Die “MS Wissenschaft” verlässt heute Oberhausen und gastiert dann die nächsten drei Tage in Duisburg. Danach legt sie am Montag in Höhe der Bonner Oper an. Das Ausstellungsschiff ist am Montag von 15 bis 19 Uhr und am 01. und 02. Juli jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei. [Nico Schmidt]

15. Juni: Ein astronomischer Nachmittag für Kinder

Das Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich lädt am kommenden Sonntag, 15. Juni, wieder Familien mit Kindern zu einem astronomischen Nachmittag ein. Es wird einen kindgerechten Vortrag geben, das große Teleskop auf dem Institutsdach wird besichtigt und es gibt eine Bastelecke, wo man u.a. eigene Sternbilder erfinden kann. Und natürlich können auch die kleinen Besucher den Astronomen Schwarze Löcher in den Bauch fragen. Außerdem werden bei sonnigem Wetter sicher draußen auch Teleskope für die Beobachtung der Sonne aufgebaut.

Der Nachmittag für die kleinen AstroZwerge, der zum großen Veranstaltungsprogramm “Astronomie für jedermann” gehört, findet zwischen 14:00 und 17:00 Uhr statt. Bei Interesse einfach unter astronomie2014@astro.uni-bonn.de anmelden. [Nico Schmidt]

Alexander Gerst hat auch Bonn zur ISS mitgenommen … in Form einer Biene

Tania von Stegmann

Heute vor zwei Wochen erreichte Alexander Gerst, der 11. deutsche Astronaut, sein neues Zuhause für die nächsten sechs Monate. Um 5:52 Uhr öffnete sich die Luke zwischen Sojus-Raumschiff und der Raumstation ISS. Seitdem ist der 38-jährige Vulkanforscher mit einem durchorganisierten Forschungs-programm beschäftigt, twittert täglich atemberaubende Ansichten unseres Heimatplaneten, schickt zum heutigen Auftaktspiel WM-Grüße Richtung Erde oder lässt das mitgenommene Mauerstück des Kölner Doms bei einer orbitalen Pressekonferenz schwerelos durch den Raum schweben. Dabei befindet sich unter den irdischen Mitbringseln auch ein Stück Bonn. Das Angebot der ESA wurde vor 10 Monaten an die Bundeskunsthalle gerichtet. Da es nur eine Kleinigkeit sein konnte, entschloss man sich “eine unserer Bundesbienen als Botschafter der Ausstellung zu entsenden”. So umkreist nun alle 90 Minuten zusammen mit Alexander Gerst eine 40 Gramm schwere, in Harz gegossene Bonner Biene unsere blaue Erde. Das Insekt stammt aus dem Bienenvolk, dass im Dachgarten der Bundeskunsthalle angesiedelt wurde; es gibt sogar Führungen, auch zum Museumsmeilenfest in einer Woche.

Nachdem Alexander Gerst im November zur Erde zurückgekehrt ist, soll die kleine Bonner Biene nach ihrer sechsmonatigen Mission an Bord der ISS einen Platz in der ab 03. Oktober laufenden großen Weltraumausstellung “Outer Space” finden. [Nico Schmidt]

Fotoversuche an der H-alpha-Sonne

Am Freitagnachmittag erhielt ich einen Überraschungsbesuch von einem KBA-Sternfreund und da er auch ein 60mm-Lunt-Teleskop dabei hatte, bauten wir kurzerhand das Sonnenteleskop auf der Terrasse auf. Der blaue Himmel lachte, die Sonne lachte noch viel mehr. So konnte ich zum ersten Mal bewusst die H-alpha-Sonne mit einem Bino-Ansatz genießen. Der Anblick mit den unzählig vielen Details und ganz feinen Einzelheiten war einfach umwerfend, obwohl die Sonne schon ordentlich auf die Stirn knallte. Zwei ausgeprägte Gasbögen waren zu beobachten (Bild 1 und 2), weitere kleinere Proteranzen mit unterschiedlichen Formen waren ebenfalls sichtbar; das Seeing war gut. Ich konnte mich wirklich kaum sattsehen, aber dann griff ich doch mal zur TZ31-Kompaktkamera und versuchte mein Glück. Die Fotografie der H-alpha-Sonne einfach mit einer ans Okular gehaltenen Kamera ist ja sowieso eine Herausforderung (erst recht die Gesamtsonne), aber drei vorzeigbare Fotoversuche zeigen doch schon erstaunlich viel Details. [Nico Schmidt]

Mondsichel vs. Felswand

Alex Tudorică

Die öffentliche Beobachtung am vergangenen Samstag, 31. Mai, wurde wegen der am Abend aufgezogenen Bewölkung leider zur Geduldsprobe. Einige Sternfreunde vor dem astronomischen Institut in Bonn-Endenich hofften zusammen mit einigen Besuchern auf entsprechende Wolkenlücken und tatsächlich waren zumindest die Planeten Jupiter, Mars und Saturn kurz in den aufgebauten Teleskopen sichtbar, und es war mehr Zeit für nette Gespräche. Der drei Tage alte Mond schien jedoch eher diffus durch die Zirren, dagegen hieß es zur gleichen Zeit 600 Kilometer weiter östlich nur: Mondsichel voraus! Denn es hat tatsächlich den Anschein, als könnte die schmale Mondsichel jeden Moment an der steilen Felswand der Bastei zerschellen. Dieses stimmungsvolle Dämmerungsfoto machte Alex Tudorică, Astronomiestudent, Blogger sowie Natur- und Astrofotograf aus Bonn, der zurzeit zum Wandern in der Sächsischen Schweiz unterwegs ist – vermutlich als Ausgleich zur Doktorarbeit über Galaxienhaufen. [Nico Schmidt]

31. Mai: Öffentliche Beobachtung in Bonn-Endenich

Wenn der Himmel am Samstagabend es zulässt, laden Bonner Hobbyastronomen ab 22:00 Uhr erneut zu einer öffentlichen Beobachtung ein; ab etwa 21:30 Uhr werden wir in der Dämmerung die Teleskope aufbauen. Zurzeit sehen die Wetterprognosen für übermorgen nicht ganz so schlecht aus, so dass die Aktion hoffentlich nicht wie unsere letzten angekündigten Himmelsbeobachtungen ausfallen muss. Beobachtet wird diesmal am Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich, wo schon so manche öffentliche Beobachtung stattgefunden hat; wie etwa – wie im obigen Foto zu sehen – unser gelungener Beobachtungsabend zum weltweiten Saturn-Winken letzten Juli. Bei der Beobachtung von Jupiter, Mars (später vielleicht noch Saturn), der sehr schmalen Mondsichel und anderen interessanten Himmelsobjekten freuen wir uns auf zahlreiche Besucher und nette Gespräche. [Nico Schmidt]

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